Lasst uns zum guten ´alten G9` zurückkehren.

Der Runde Tisch in Düsseldorf zum Thema G8/G9 ging am 03. November in die letzte Runde. Danach wurde in der Presse der Bevölkerung NRWs ein “Konsens” verkauft, der da hieß: “G8 bleibt und wird ein bisschen hübscher gemacht”.

Was Sylvia Löhrmann, Sigrid Beer, Peter Silbernagel und Ralf Leisner da am Runden Tisch fabriziert haben ist nur als ideologisch verblendet oder als schlichtweg böse zu bezeichnen. Sie lassen Anstand und Herz vergessen, wenn sie – getrieben von z.T. linker Narretei – mit ihrem Festhalten am Ganztags-G8 die Kinder intakter Familien von eben diesen mindestens 8 Stunden am Tag trennen wollen.

Das Grundgesetz sichert in Fragen der Erziehung das Elternprimat

Ich frage mich, was Sylvia Löhrmanns Motive sind. Sie kann sich doch nicht wirklich und wahrhaftig wünschen, alle Kinder, egal wie deren häusliche Situation ist, von ihrem Elternhaus, ihren Sport- und Musikvereinen, ihren Freunden fernzuhalten. Sie kann doch nicht allen Ernstes glauben, dass die Fremdverfügung von Lebenszeit schon bei Kindern auf 8 Stunden pro Tag heraufgesetzt werden sollte. Sie kann doch wohl nicht tatsächlich

der Meinung sein, dass in Wochenendseminaren ‘geschulte’ Betreuer qualitativ höherwertige Erziehungsarbeit leisten können als wir engagierten Eltern. Dass es in unserem Land eine Schulpflicht gibt ist schön und richtig, aber dass der Staat sich so massiv in die Erziehung von Kindern einmischen will erinnert mich an totalitäre Systeme. Sollen unsere Kinder demnächst so “rhythmisiert” (ein Lieblingswort der pro-Gesamtschule-pro-G8-an-Gymnasien-pro-gebundener-also-verpflichtender-Ganztag-schon-an-der-Grundschule-Fraktion) werden, dass wir ihnen jede Individualität rauben wollen? Ich sage nein!

Als es für mich an der Zeit war, mich für einen Beruf zu entscheiden, habe ich mich ganz gezielt für den Lehrerberuf entschieden. Ich bin mit meiner halben Stelle üblicherweise Mittags zu Hause und kann meine Unterrichtsplanung nach Gusto auch abends zwischen 20:30 und 23:00 machen, wenn meine Kinder im Bett sind. Ich wäre also durchaus auch, wenn meine Kinder nach der Grundschule ein Gymnasium besuchen sollten, gern diejenige, die entscheidet, ob meine Kinder Mittags oder Nachmittags nach Hause kommen, denn das durch das Grundgesetz abgesicherte Erziehungsprimat liegt immer noch bei uns Eltern! Die Landesregierung NRW versucht ganz klar, ihr Recht auf schulische Erziehung massiv auszuweiten und damit Elternrechte zu beschneiden.

Totschlagargument ‘Chancengleichheit’

Dabei wird natürlich wieder von Chancengleichheit gefaselt, einem ebenso alten wie abgenutzen Totschlagargument. Und Frau Löhrmann und Frau Beer möchten so oder so das Gymnasium schwächen und alle Kinder in Ganztagsinstituten mit so tollen Bezeichnungen wie “Gemeinschaftsschule” und “Gesamtschule” gleichmachen. Das ist ärgerlich! Weder ist -und das belegen Studien- das Abitur an Gesamtschulen gleichwertig dem an Gymnasien, noch macht das ganze heftige Postulieren, dass alle Kinder gleich seien dieses Wünschen WAHRER. Umfangreiche Daten verdeutlichen zweierlei: 1. An Gesamtschulen sind die Schüler bis zu drei Schuljahren hinter dem Wissensstand gleichaltriger Gymnasiasten, 2. Schüler müssen Indolenz mitbringen, also ertragen können, dass sie in etwas schlechter sind als andere und den Gehorsam und die Disziplin haben, die sie führbar machen und die ihnen Bedürfnisaufschub ermöglichen. Fazit: Sie sind NICHT gleich! Keinesfalls ist Denen, die die Gesamt- und Gemeinschaftsschulen stärken wollen daran gelegen, für Kinder bildungsferner oder anderswie problematischer oder benachteiligter Haushalte bessere Lernvoraussetzungen zu schaffen, sondern sie wirken so, als wollten sie es den privilegierten Familien mal so richtig zeigen.

Der wissenschaftliche Blick auf G8 versus G9

Nun tut ja Frau Löhrmann so, als habe sie Interesse an einer wissenschaftlichen Beleuchtung der Problematik. Da sie aber von vornherein an G8 festhalten wollte, sieht sie alle Daten im Lichte des Nutzens von G8, bzw. der Nichtvalidität für G9. Als Naturwissenschaftlerin muss ich ihrer Herangehensweise klar die rote Karte zeigen. Das ist völlig unwissenschaftlich. Das ist ähnlich wie der Kreationist Michael J. Behe, der “weiß”, dass Gott die Erde in ein paar Tagen geschaffen hat und nun nach Belegen sucht. Andersherum wird Wissenschaft daraus: Ich schaue mir alle Untersuchungsergebnisse an und entscheide dann, in welche Richtung sie am ehesten deuten, akzeptierend, wenn siemir nicht in den Kram passen! Vielleicht sollte Frau Löhrmann mal diverse Metastudien lesen, oder einfach zu einem Vortrag des renommierten Bildungswissenschaftlers Prof. Dollase gehen. Der war gerade in Rheda-Wiedenbrück, um den dortigen Zuhörern die Ergebnisse der Schulzeitverkürzung aufzuzeigen, auf der Basis großer Datenmengen, nicht etwa auf der Basis von Wunschdenken oder persönlicher Vorliebe.

Moralismus macht die Empirie kaputt

Aber wir wissen ja, “Ideologie ist der Feind der Argumente” und “Moralismus ist der Versuch, Wissenschaft und Empirie durch Moralisieren unschädlich zu machen” (der Philosoph Hermann Lübbe) weshalb alle Studien dieser Welt Frau Löhrman und Konsorten von ihrem Egalisierungsvorhaben nicht abbringen könnten, schon deshalb, weil es sich bei ihren Bestrebungen um einen Religionsersatz, also um eine Weltanschauung handelt. Und wie bei allen Weltanschauungen wissen wir ja, was mit Andersdenkenden gemacht wird. Hier sollen sie zumindest mundtot gemacht werden, oder denken Sie, dass die Elterninitiativen G9 jetzt! NRW und Gib8! tatsächlich den Anteil an der Gestaltung des Runden Tischs bekommen haben, den sie verdient haben? Studien zu Wünschen der Bevölkerung verdeutlichen, dass ein Großteil der Befragten, nämlich ca. 85% sich das alte G9 zurück wünschen. Nur ca. 15% wollen an G8 festhalten. Am von Frau Löhrmann als “fair” ausgelobten Runden Tisch kamen vor allen Dingen Befürworter von G8 bzw. Befürworter von gebundenen Ganztagsschulen (was das alte G9 definitiv nicht war!) zu Wort.

Die Schieflage des Runden Tischs

Da wären Peter Silbernagel als Vorsitzender des Philologenverbands NRW (der entgegen der Haltung des Bundesverbands der Philologen gegen G9 eintritt); da ist Ralf Leisner als Chef der Landeselternschaft, der autokratisch entschieden hat, dass er gegen G9 ist, OHNE seine Elternschaft zu befragen; da sind Frau Löhrmann und Frau Beer, die die Kinder gern von 8:00 bis 16:00 gemeinsam beschult wissen möchten, weshalb auch Peter Silbernagels Äußerung im WDR am 23.10., als eine der Empfehlungen des Runden Tischs, dass es möglichst nur noch einmal pro Woche Nachmittagsunterricht geben solle in zweierlei Hinsicht stinkt. 1. Frau Löhrmann will unbedingt und mit allen Mitteln flächendeckend den gebundenen Ganztag. Wenn denn nur noch an einem von 5 Nachmittagen Unterricht stattfinden soll, wird sie weder das eine noch das andere rechtfertigen können. 2. Herr Silbernagel sagt nicht die ganze Wahrheit! Wenn wir uns die G8 Stundentafel anschauen, kann er höchstens von Klasse 5 und 6 sprechen. Spätestens ab Klasse 7 müssen die Schüler an mindestens 2 oder gar 3 Tagen am Nachmittag unterrichtet werden, andernfalls geht die Rechnung nicht auf. Fazit: Wieder ist alles Augenwischerei!

Das neue G9 vor vier Jahren war eine Mogelpackung

Aber wissen Sie, was mich wieder am meisten ärgern wird, wenn denn die Löhrmanns und Beers dieser Welt vor die Mikrophone treten? Dass sie wieder behaupten werden, es habe doch vor einigen Jahren in NRW die Gelegenheit gegeben zu G9 zurückzukehren und nur 13 Schulen haben davon Gebrauch gemacht (Die Wahrheit finden Sie hier, auf der Seite des Ministeriums: gsg.intercoaster.de/icoaster/files /nrw_modellversuch_g_8_g_9.pdf). Dann wird es wieder da sein, dieses Gefühl von Verschaukeltwerden.

Mein Aufruf: Lassen wir uns nicht einlullen. Ab auf die Straße und Unterschriften für die Volksinitiative sammeln! Es fehlen noch ca. 15.000 Unterschriften bis die knapp 67.000 Unterschriften, die für die Gesetzesinitiative benötigt werden, aufgebracht sind. Wir haben noch 3 Monate Zeit. Das können wir schaffen!


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Today ‘s August the 13th, 2014. Today’s my 12th wedding anniversary. Today’s a good day.

Exactly one year ago I woke up alone. I was devastated. I went into surgery that day. The day before I had been able to fly back home from a holiday that I had spent mostly in hospital. My husband and kids had to stay, the planes were booked out.

But others were with me. Friends. Family. My doctor.

I knew that my doctor was back in Germany with his family, but I also knew that he was still on holiday leave. Before I went into the theatre, the last thing that I heard was an anaesthetist telling me that “they were waiting for the chief physician”. I was able to reply that my doctor was still on
holiday leave but was told that he had been phoned and was on his way to the hospital – just for me.

My fears left me. Gratefulness flooded through me. I was safe.

What had happened? At the beginning of my holiday the radiated skin had had enough. A rejection of the implant had been initiated, the skin had opened up to release the implant to alleviate the pressure. This started within a day, within hours actually. It was accompanied by massive
backache, by exhaustion, by fever. The breast had a visible tiny hole that was surrounded by red-hot skin.

It started on Tuesday, August the 6th. I was spending time with my husband and kids in and around the pool, when I saw a tiny discolouration on my right breast. I knew immediately that something was wrong but was completely unwilling to accept it.

The next morning I felt crappy. The discolouration had deepened, the skin had begun to glow. My local friend phoned her doctor and we went to his practice together. He examined me and was visibly both shaken and clueless. He said that he would send me to hospital, but not the local one.
He suggested a hospital about 60 kilometres away. I was desperate. I went back to my holiday home, knowing that something was VERY wrong, but unwilling to fully accept it.

The next day we went to collect some oregano in our favourite valley. I had to just sit and rest. It was then that I decided that I had to act. Around 7pm that day, Thursday, August the 8th, 2013, we arrived at a tourist practice that we drive past every day, because it is situated on the beach road. The young doctor looked at my breast, took my temperature – and phoned her boss. He arrived within minutes and made it extremely clear to me that I needed medical attention AT ONCE.

For about two minutes I gave vent to my desperation, but not in front of my kids. We phoned our flight company, but they were completely booked out and said that there was nothing they could do for us. Then we went to our holiday home, packed my things and hit the road again. It dawned upon my kids that I had to leave them and stay in hospital. My older boy, then eight years old, went silent, my little boy, just six, was inconsolable. He could hardly breathe between his sobs. My husband was amazing. He talked to us, pulled himself together, even smiled. Added some sort of “normality” to that highly unnormal situation.

I was overcome by a feeling I have known ever since my first diagnosis. I went completely calm. Exuded strength and confidence. From our house the distance to the hospital was about 70 kilometres on a road that runs through the mountains. For almost two hours I managed to comfort and console my three boys, my husband included. I convinced myself of the necessity of my actions, my decision to hand myself over to others.

I have been extremely confident and positive throughout ALL of my hospital stays, ALL of my appointments with doctors, ALL of my six operations. Because this is what makes it at all possible for me to not only keep my chin up, but to enjoy life. My confidence and constant gratefulness have helped me more than once in times of dire distress.

And again I was rewarded. The doctor who welcomed me at the hospital was warm-hearted, reassuring, lovely, funny, and his English was excellent. I wouldn’t have been able to communicate all the complicated facts in Greek. I sent my boys home with a light heart, knowing that I was being
looked after very well indeed.

My room was more than pleasant. I could sleep a bit, with a cross-over of a cocktail of three different intravenous antibiotics working their way through my body. At that point it was assumed that bacteria had entered my breast.

The following days were spent mostly in bed. The food was outstanding, the view from my balcony beautiful, the temperate perfect. But although I always pulled myself together, the load on me was excessively heavy. My breast opened up more and more, I didn’t have a flight back. But I had to
keep myself going. I knew that I couldn’t let myself go. So I cried for exactly one minute, than stopped.

I listened to and watched Tim Minchin’s DVDs ‘Ready for this?’ And ‘Tim Minchin and the Heritage orchestra live at the Royal Albert’ 24/7.  It was a good thing to do, because it kept me from losing control, from giving in to fears, from becoming incapable of acting, of looking after myself. Today my sciency Minchy bit is my advice to focus on somtheing that makes it hard to feel dejected, because sometimes dejection robs you of the strength to keep going. I´d be grateful for articles or studies on this phenomenon.

So I surfed the internet for flights. On Saturday I was able to book at flight back to Germany that would take me home two days later, on Monday, August the 12th. Ever since then I have promoted ‘weekly Minchins’ and ‘prescriptions of Tim Minchin’. Haha!

I asked my husband to try and enjoy the holidays with our kids as much as possible and to refrain from visiting me every day. When they came I made them leave quickly. I couldn’t keep up my strength for the boys for more than half an hour. My husband did as he was told. I am massively grateful to him for his ability to trust me beyond question, without dispute.

I think that he has never, in the past two years, eight months and 23 days doubted my genuine strength, confidence, optimism, positive attitude. I love him even more for this.

So today is our eleventh AND twelfth wedding anniversary. Let’s party!


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Ein Plädoyer für eine humanistische und säkulare Erziehung, Teil 2.
Im Eingangsbereich der Grundschule meines älteren Sohnes befindet sich ein im Religionsunterricht erstelltes Bild, das Jesus zeigt, der unter seinen ausgebreiteten Armen eine Schar Kinder um sich versammelt hat. Gelinde gesagt widert mich dieses Bild an. Dieser Essay soll verdeutlichen, warum die Bibel nicht “das gute Buch” ist und warum ich meinen Kindern andere Literatur gebe.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass die meisten von uns weder Hitlers mein Kampf (die annotierte und kommentierte Ausgabe ist ja nicht auf dem Index) noch die unkommentierte und nicht annotierte Lutherbibel (im deutschen Sprachraum sehr verbreitet) von der ersten bis zur letzten Seite gelesen haben.
Gleichermaßen bin ich mir relativ sicher, dass es nur wenige Erwachsene in Deutschland gibt, die sich Unterricht wünschen, in dem ausgewählte nette Textstellen mit den Kindern gelesen werden, die im Anschluss in hübsche Bilder übertragen werden, in denen der Führer die süßen kleinen Arier um sich schart.
Erstaunlicherweise gestatten wir dies aber, wenn es sich um die Bibel handelt. Diese unterscheidet sich außer darin, dass sie älter ist und von vielen Autoren stammt nicht von Hitlers Buch. Beide sind Machwerke.
Bei Mein Kampf sind wir uns wohl in großem Maße einig, dass cherry picking, also das Heraussuchen von Textstellen, die uns moralisch oder geschichtenerzählerisch zusagen, nicht zulässig ist.
Hier dürfen wir also nicht sagen, dass die Kapitel, die sich mit den guten Wünschen für das deutsche Volk oder die nordische Rasse befassen akzeptabel, oder gar moralisch richtig sind.
Und dass sie dies auch für alle Zeiten bleiben, egal wie sehr sich die Welt verändert haben mag.
Wir sind uns aber recht einig darüber, dass Hitlers Griff nach anderer Völker Land und sein Hass gegen alle und alles nicht Deutsche/Nordische/Arische irgendwo zwischen geisteskrank und abartig, auf jeden Fall aber (aus heutiger Sicht) moralisch verwerflich ist.
Wenn wir uns einmal die Bibel anschauen, werden wir feststellen, dass wir genau dieses cherry picking betreiben. Das wird schon dadurch deutlich, dass wir bestimmte Textstellen auf und ab singen können, wohingegen wir andere gar nicht kennen, weil es in ihnen um Mord und Totschlag gegen alle und alles geht, was nicht mit dem auserwählten Volk zu tun hat.
Nun die Frage: warum tun wir dies so nonchalant?
Eine Überlegung ist, dass dieses Verhalten auf einer Tradition beruht.
Irgendwie akzeptieren das ja alle, dann ist das wohl so.
Meine Antwort darauf: es gibt eine Alternative. Ja, ganz in echt, wir haben eine Wahl. Wir müssen nicht glauben. Wir müssen unseren Kindern diese Geschichten nicht antun.
Warum ist diese Wahl so bedeutsam? Weil die Logik und Moral der Religionen (Judentum, Christentum, Islam, Hinduismus, etc.) mehr als brüchig ist.
Weil es auf schwierige Fragen keine einfachen Antworten geben kann. Manchmal gar keine Antworten, manchmal NOCH keine Antworten.
Ein sehr simpler Grund für das Verharren im Tradierten ist der Wunsch nach Sicherheit und Trost.
Ganz ehrlich, es gibt keine vollkommene Sicherheit und keinen vollkommenen Trost. Das zu wünschen ist kindlich und kindisch.
Wir sind unseren Kindern schuldig NICHT so große Fragen wie die nach dem, was nach dem Sterben passiert, mit billigen Floskeln zu bedienen wie “dann kommst du in den Himmel und wirst ein Engel”.
Das ist zum einen beschämend und zum anderen nicht durchzuhalten.
Ich habe als Kind immer weiter gefragt:
Woher weißt du das?
Bist du schon einmal tot gewesen?
Was genau sind Engel?
Warum beerdigt man dann die Toten?
Wie kommt der tote Körper in den Himmel?
Was ist mit der matschigen totgefahrenen Katze?
Wird die ein Matscheengel?
Wir Erwachsenen müssen uns fragen, ob wir unseren Kindern diesen infantilen Quatsch zumuten, weil wir selber zu feige sind, uns mit unserer Sterblichkeit auseinander zu setzen.
Ich stimme zu, dass es verdammt schwierig ist, mit Kindern über so große Fragen zu sprechen, aber ein Abkanzeln und eine billige Geschichte sind doch wohl nicht das Mittel der Wahl.
Und überhaupt, ab welchem Zeitpunkt sage ich denn dann meinen Kindern, dass das alles nur Schmu ist? Denn ganz im Ernst glaubt doch wohl keiner von uns diesen Mist.
Wie entsetzlich für diese Kinder, so von ihren Eltern belogen worden zu sein.
Wir dürfen unseren Kindern graduell das Leben und den Tod zumuten. Das heißt natürlich nicht, unseren Kindern aufzuhalsen, dass wir verrotten und aufgefressen werden.
Die Wortwahl und gute Beispiel aus dem biologischen Kreislauf des Lebens helfen.
Einen Vogel zu Grabe zu tragen, denn Rituale sind wichtig. Aber auch zu erlauben, dass die Kinder den Vogel wieder ausbuddeln wollen, um zu gucken, wie der nach zwei Wochen aussieht.
Dass ich natürlich für gemeinsame Rituale bin ist unzweifelhaft. Anzunehmen, dass eine humanistische, vernünftige, biologische und säkulare Haltung zum Leben und zum Sterben mich zum kalten Arschloch werden lässt, ist unsinnig und beleidigend.
Die Lebenden benötigen durchaus die Möglichkeit zu trauern und sich zu erinnern. Aber das ist viel weniger religiös oder spirituell, als vielmehr einfach menschlich.
Menschlich ist auch, Teil einer Gruppe sein zu wollen. Aber ich wehre mich vehement dagegen, mich als Teil einer ausgrenzenden Gruppe zu sehen und möchte das gewiss für meine Kinder auch nicht.
Denn genau das geschieht doch, wenn Kinder getauft oder im jüdischen oder sonstwie gearteten Glauben erzogen werden werden. Sie werden ALLES andere nicht!
Krass, wenn kleine Baptistenkinder im Kindergarten andere Kinder mit fiesen Geschichten von der Hölle kommen. Und dabei sind diese Kinder nur so krasse Baptistenkinder, weil sie krasse Baptisteneltern haben.
Wären sie Kinder von Mennoniten, dann wären sie krasse Mennonitenkinder.
Wären sie Kinder von krassen Katholiken, dann wären sie krasse Katholikenkinder.
Egal wie abstrus all diese aberwitzigen Weltanschauungen sein mögen, die die
Kinder nachahmen und nachplappern, ganz klar werden ihre Eltern die Ansicht vertreten, dass ihre Weltanschauung keine Weltanschauung sei, sondern die Wahrheit, aber dass aller anderen Weltanschauungen völlig falsch seien.
Wäre das krasse Baptistenkind das Kind von krassen Islamisten, anstelle das Kind von krassen Baptisten, dann würde es -vorausgesetzt es wäre ein Junge -seine eigene Mutter verunglimpfen und hätte eine mega-Abneigung gegen alles nicht-Islamische.
Wäre dasselbe Kind stattdessen von krassen Hindus großgezogen worden, dann würde es jetzt über alle Baptisten herziehen und hätte Angst vor Shiwa.
Hirnrissig, oder?!
Ich kann schon das Geschreie hören:”Dein Atheismus ist doch auch bloß eine radikale, fundamentalistische Weltanschauung!”
Nein, eine von Vernunft, Freundlichkeit, Interesse, Zuwendung, Humanismus geleitete Sicht auf die Welt ist gewiss KEINE solche Weltanschauung.
Weder mache ich meinen Kindern falsche Versprechungen, noch bedrohe ich sie mit Höllenqualen bis ins zigte Glied, wenn mir ihr Verhalten nicht passt.
Weder soll sie die Freude auf ein Paradies noch die Angst vor einer Hölle dazu
bringen, erwünschtes Verhalten zu zeigen oder nicht erwünschtes Verhalten zu unterlassen.
Und ganz ehrlich: diese Entscheidungen kann selbst ich oft nicht zu 100% treffen. Das Leben ist hoch komplex und kompliziert.
Manchmal gibt es keine einfache Entscheidung im Sinne von richtig oder falsch.
Wahrscheinlich würden es viele als sonderbar empfinden, wenn ich meine Kinder kurz nach der Geburt bei der Richard Dawkins Foundation für Vernunft und Wissenschaft angemeldet hätte, mit einem monatlichen Spendenbetrag, der später von ihnen geleistet werden müsste.
Ich empfände das auch als zumindest sonderbar.
Denn ICH bin Atheistin, meine Kinder sind keine Atheisten.
Wirklich sonderbar aber ist, dass die Kindstaufe als völlig in Ordnung empfunden wird.  Ganz ehrlich, wir können uns nicht zurückziehen auf “das macht man halt so!”. Das beleidigt meinen Intellekt.
Ebenso wenig wie meine Kinder Atheisten sind, sind die Kinder derer, die sie taufen lassen Christen. Sie sind vielleicht die Kinder von Christen.
Zumeist aber sind sie nicht einmal die Kinder von Christen, sodern nur die Kinder von Eltern, denen nichts besseres einfällt.
Kein AMEN.
Maid Manu.

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Ein Plädoyer für eine humanistische und säkulare Erziehung, Teil 1.
Warum ich meine Kinder nicht getauft habe. Warum ich ihnen keine christlichen
Werte vermittle.

Ich möchte meinen Kindern gönnen, dass sie möglichst ohne andere auszugrenzen aufwachsen.

Immer wird das nicht möglich sein, denn das wäre Wunschdenken. Ich bin realistisch.

Ich freue mich ganz ungemein, dass Deutschland sich zu einem so freundlichen, offenen, großzügigen, optimistischen, friedvollen Ort in Europa entwickelt hat. Gut, dass wir etwas gelernt haben.

Schön, dass die Lehrpläne und Richtlinien in den Schulen dem Rechnung tragen.

Ich kann mich nicht davon freimachen, dass ich mich manchmal dabei erwische, allzu simpel über andere Menschen zu urteilen, aber dann greift sogleich mein Korrektiv, meine Bildung, meine Haltung.

Ich möchte nicht ausgrenzen. Ich werde mir mehr Mühe geben.

Danke an Alice Schwarzer, dass sie den Frauen so viel Gutes ermöglicht hat und die Männer von einer schlimmen Tradition befreit hat.

Danke an die Grünen, die uns ein Gewissen für unsere Umwelt eingepflanzt haben.

Danke an die Regierung Schröder, dass sie nicht in den Krieg gezogen sind.

Danke an die Moralphilosophen, die uns ermöglicht haben, einfach gut zu sein, und nicht gut für Gott sein zu müssen.

Danke an die Aufklärer, die ein Licht in unseren Köpfen angezündet haben.

Danke an Charles Darwin, dass er uns unseren Platz auf der großen Showbühne der Evolution zugewiesen hat.

Danke an die Astrophysiker, die uns weniger begabten Menschen netterweise das Universum zu erklären bemüht sind.

Kein Dank hingegen geht an alle, die Kinder Gruppen zuweisen, die alle außerhalb der Gruppe stigmatisieren.

Kein Dank an Herrn Ratzinger, der das Ansehen Deutschlands als freundliche, pluralistische, aufgeklärte, emanzipierte und säkulare Nation beschädigt hat.

Kein Dank an die Katholiken Nordirlands. Kein Dank an die Protestanten Nordirlands.

Kein Dank an jeden einzelnen muslimischen Mann, der Hass gegen Frauen predigt und auslebt.

Kein Dank an die englische Regierung, die Mädchenbeschneidung zulässt.

Kein Dank an die deutsche Regierung, die Jungenbeschneidung zulässt.

Keine Toleranz der Intoleranz.


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Teaching elephants how to fly. The principles of evolution and why it is almost impossible for strong believers to accept scientific premises.
An hour ago I read the commentary thread that resulted from a post by the Richard Dawkins Foundation for Reason and Science that quoted from Neil deGrasse Tyson´s Cosmos: A Spacetime Odyssey, in which deGrasse Tyson talks about evolution as a scientific theory. Some of the comments made me jump. They are so completely nuts that I can hardly believe it. It appears to me that evolution is among the most misunderstood things in the world. Mostly these nutters´ brains seem to have been poisened by religious indoctrination AND a lack of education.
I wouldn´t talk to a creationist about morality, ethics, beliefs, science, evolution and the like. Talking about these things to a creationist is like trying to teach an elephant how to fly. Just as much as an elephant doesn’t possess the needed structures for flight, wings, a creationist doesn’t possess the nerval structures needed for understanding scientific evidence that has to do with, say evolution of life forms on earth.
I mean this in a purely neurobiological way. If certain patterns of thought have never arisen, if indoctrination from an early age has taken place, the brain has been shaped in a way that makes it difficult to process new ideas.
Whatever ideas and thoughts we come across, will always be treated by our brain on the matrix of our often-used thought patterns.
A good metaphor for these patterns is an old motorway, very much in use, with few entries and exits, and virtually no junctions.
Only if we keep up mental flexibility, we will force our brain to form SEVERAL thought motorways.
Religious, or self-declared spiritual people often call scientists narrow-minded, a reproach which is at best ridiculous, at worst an insult and a massive self-delusion.
Scientists must, by definition be broad-minded and open to new ideas.
They need to command a whole network of thought-motorways to process, intellectually digest and integrate new ideas.
Spend an afternoon on wiki-fucking-pedia (thanks go to Tim Minchin in “Storm”), read articles such as en.wikipedia.org/wiki/Introduction_to_genetics
or
en.wikipedia.org/wiki/Introduction_to_evolution to enlighten your brains and build new thought motorways.
I ask my pupils to remember that there are billions of questions out there that we either cannot answer today (but maybe another day) or that we haven’t asked yet.
I ask them to consider that it’s often quite impossible to find a simple answer to a complex question.
I ask them to keep in mind that our lives today are different from the lives of our ancestors and thus require a few new questions to be asked.
I ask them to keep their chins up in the face of doubt.
To embrace doubt.
To enjoy figuring out.
To clap their own shoulders for searching for (not necessarily finding!) answers.
I beg them to look around and be curious.
To enjoy difference.
To NOT be afraid of things and people strange to them.
I applaud them for being able to change their minds if enough evidence has
been presented to them to modify their point of view.
I challenge them to understand that they are responsible for their words and for their
actions.
I remind them that they cannot hide behind other people’s standards.
That ethics and morality cannot be shopped online.
That these things don’t come tailor-fitted.
I offer them place and time to talk and to think.
This, among other things, is what makes life good, maybe even meaningful.
Yours, philosophically,
Maid Manu.

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Life is fundamentally the same. Or: The World didn’t give a fuck. Not a single one.

I was quite perplexed when I found that the world didn’t halt when I was diagnosed with cancer. The clock ticked on and on regularly and happily, the cats didn’t open an eye, let alone wake up, the cars still went past my house, I still breathed.

I had to realise that the world didn’t give a fuck. Not a single one.

Everything just went on as if nothing had happened. But for me the change was so
fundamental that ever since then I have been completely changed.

Or not at all.

In every single second I can feel that with the knowledge that I would be dead
by now, life can never be the same again.
This knowledge is too big to be ignored. Everything that I do, every breath that I take is other. It is as if I was two people at the same time.

Because on the one I,
I still go to work,
read to the kids,
love my husband,
cook,
listen to music,
drive our cars,
go on holiday trips,
brush my teeth,
sleep,
eat,
make love,
talk,
listen,
laugh,
take showers,
get wet in the rain,
wear socks,
shop clothes,
drink tea,
prepare lessons,
watch series,
vacuum clean the house,
love sunnny weather,
drink cappuccino,
don’t like spiders,
hate marking classtests,
dislike cold and rainy days.

But on the other I,
I now have hospital appointments all the time,
share more with nurses, doctors and hospital secretaries than with my own parents-in-law,
cost more than 1,000€ of medication every month,
have a hospital routine,
have a more relaxed approach to my pupils and work,
know that I look good without hair,

cannot listen to the radio anymore,
travel every month,
have lost my breasts,
wear dresses and skirts all the time to feel like a woman,
have a few more scars,

laugh far more than before,
am a very patient patient,

am a better mother,
have lost some of my best friends,
have a few new friends,
can’t stand ice cubes,
feel cold all the time,
don’t loath hospitals anymore,
love my husband even more,
am not afraid of chemo,
have not turned into a cynic.

So probably I don’t give a fuck either. Not a single one. And I will live happily ever after.

Yours, not at all regretfully,

Maid Manu.


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Un-awed, dis-respected, under-esteemed, de-loathed or under-feared personalities of world history. And why I can understand Angelina Jolie very well.

Today I was harshly judged for putting on a “Manu-show”. Whatever that is.  In the past I have been judged for many things. Here is a list of the more curious things:

1. Fab: You are so intelligent. When I am with you I feel dumb.

2. Yep: You are such a cordial host. This cannot be true. It must be a front.

3. Or this one: You and your husband are always so happy together. Who are you putting this show on for?

What can I say?! Guilty as charged. Probably those who judge should examine their judgements and opinions.

Lovely Tim Minchin says that opinions (and may I add “judgements”) and arseholes have something in common, in that everybody has one.  And Tim has a remedy: examine your opinions (and may I add “judgements” again) even more thoroughly than your arseholes. (From his speech on the occasion of receiving his Honory Doctor of Letters):

That brings me back to my topic. I´d love to travel back in time once the problems of temporal mechanics have been resolved, and to re-name people of historic impact:

– Bernard the Impaler, who then, instead of turning into a complete arse, could become the world’s first Transsylvanian playwright.

– Lord Kevin Lloyd Webber, who would be knighted for his ground-breaking findings in the research of first names and their impact on the future lives of kids.

– Benjamin Hitler, whose littleness in every respect would be reflected in his stature AND his first name.

– Queen Candice I, who would be heiress not to powerful Britannia, but to elf and fairy country.

– Micky and Minnie Cockroach, who would meet a sticky end under one of Black Pete’s shoes.

Ah, and of course I would transport myself back to way before the 21st November 2011 to find out that I had a group of bloody cancer genes, and to have my breasts removed BEFORE the cancer would break out.

Yes, Angelina Jolie was in her right mind when she decided to have her breasts amputated INSTEAD of unwillingly (but genetically pre-destined) following in her mother’s and her mother’s sister’s steps on a path that leads to most certain untimely death. It is quite … let me think for a bit, what was the word again… ah, yes mind-fucked how people judge her for something that doesn ‘t call for judgement.

You can judge someone for the positive or negative impact they have on other people’s lives.

You CANNOT judge them for being female, old, black, gay, Jewish.

But you can judge them for being female serial killers, old Nazis, black racists, gay rapists, Jewish fundamentalists.

And please, please, don´t judge me for being intelligent, cordial, and happily married. If I was an intelligent cynic, a cordial hypocrite, a cheating wife, you might as well judge me…

I for my part don’t judge Vlad the Impaler for his awful first name. I judge
him for the horrors he commited. And on the other hand I judge Astrid Lindgren for her literary and political achievements. What she achieved for childrens’ rights was absolutely ground-breaking.

I am not sure about Lord Andrew Lloyd Webber. Generally I don’t like musicals very much, but that’s not his fault. I DO like the modern arena version of JCS, though. But actually, I have no idea what kind of person he is, which is why I don’t judge him at all, really. But I bet you there are people who don’t like him because he is an eccentric.

And I definitely don’t judge Angelina Jolie for her decision NOT to most definitely get breast cancer. I think that what with the simple fact that it was mathematically very likely for her to become ill some day, she made a rational decision.

After my cancer broke out, my sister asked me to have my genes tested. And as it is, I was tested positive for chek2, a group of genes that cause either breast cancer or pankreas cancer.

My sister was tested negative for that gene combination, but if she had been tested positive she wouldn’t have hesitated but have had her breasts removed as a precaution.

And she would have done it so quickly, you couldn’t have said “genetic breast cancer”. And I guess that she would have had to face a few undisguised arseholy reactions for her decision.

I read a few comments from obvious arseholes that made me furious after Ms Jolie had made her decision public. But one of these comments made me especially irate.

A woman wrote that she condemned Angelina Jolie for her decision and couldn’t understand it at all, as the cancer might not have broken out before she turned 70, and she said  something about a decision by someone named “god”.

Wow! What an idiotic idiot. And what a ridiculous bit of faithful carbon. So, obviously at 70 it is okay to get cancer, especially if a “god” decides for you to do so.

Then I would thoroughly recommend for that woman to “contract” some cancer as a present for her own 70th birthday. She could book a trip to Japan or to Tchernobyl. The radiant atmosphere there would definitely help her achieve her goal.

Or she could pray for some cancer. I have never heard of anybody who has prayed away cancer successfully, but it might work better the other way round.

Well anyway, there are only two ways to explain these nutters’ behaviour. Either they are really heavily religious and in their tiny brains there is no space for logic and rationalism.

Or they are plain dumb.

I can literally HEAR some people cry out loud “blasphemy”!

“Would you be so kind as to stick it up your rear ends?!”, is my reserved and very classy answer.

Others, who are also anything but tolerant will say that it should be up to everybody to think what they may. Ahem, let me think. Think, think, think, think, think. Nope! I still think that these judgemental people are idiotic arseholes.

For idiotic idiots’ idiotic behaviour watch Tim Minchin’s Sacredness:

Enjoy.

Yours, judge-mentally,

Maid Manu.


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